BtVS :: Meine Meinung

Um die Serie zu beschreiben braucht es eigentlich eine Seite für sich - und davon gibt es bereits jede Menge. Deshalb schreibe ich hier einfach, was mich persönlich so an der Serie fasziniert. Ich bin kein Fan der ersten Stunde. Die erste Staffel hat mich relativ kalt gelassen, als sie zum ersten Mal ausgestrahlt wurde. Besonders mit den hässlichen Vampirfratzen und ihrem lächerliches Geknurre konnte ich mich nicht so recht anfreunden. Auch von Staffel 2 habe ich anfangs nicht allzu viel mitbekommen. Wirklich interessant wurde es für mich ab Staffel 3, als die abtrünnige Jägerin Faith dazu kam, Willow langsam immer mehr Interesse an der Magie fand, Giles auch eine dunkle Seite an sich offenbarte, etc. Die Charaktere gewannen an Tiefe und es ging um weit mehr, als den Big Bad of the Week zu killen.

Durch die ganze Story zieht sich ein roter Faden, der die Episoden miteinander verknüpft. Zwar sind die meisten Folgen in sich abgeschlossen, aber die Handlung wird stets ein Stückchen vorangetrieben, bis es zum großen Finale der Staffel kommt. (Ein wenig erinnert das an ein Videogame, in dem man im letzten Level den fiesen Endgegner erledigen muss).

BTVS ist die meiste Zeit über leichte Kost, aber es gelingt Joss Whedon immer wieder soziale Probleme und Konflikte aus dem Alltag wirkungsvoll und unterhaltend zu verpacken. Außerdem wird keiner der Charaktere geschont. Jeder von ihnen mußte schon einen besonders schweren Verlust verkraften. Buffy trifft es von allem am härtesten. Ihr ist es nicht vergönnt eine glückliche Liebesbeziehung zu führen; sie muss mit ansehen, wie Bekannte und Freunde sterben; ihre Berufung läßt ihr nur wenig Freiraum und ihre beruflichen Chancen sind denkbar schlecht. Buffys Mutter stirbt an einem Hirntumor, an dem weder Dämonen noch verrückte Wissenschaftler schuld sind. Und zu guter Letzt stirbt auch sie. Doch ihr ist der Platz im Himmel nicht vergönnt. Ihre Freunde bringen sie durch Magie wieder zurück und sie muss mit Entsetzen feststellen, dass die wahre Hölle das Leben selbst ist.

BTVS setzt immer wieder auf ungewöhnliche Erzählstile. Die Macher sind experimentierfreudig, erzählen ihre Geschichten gerne aus neuen Perspektiven und bedienen sich ungewöhnlicher Elemente. So wird in der Folge 4.10 (Das Große Schweigen) auf Dialoge verzichtet. Die Charaktere sprechen die Folge über nicht, sondern müssen sich auf anderem Weg miteinander verständigen. Als Buffy in Folge 5.16 (Tod einer Mutter) ihre Mutter verliert, gibt es keine musikalische Untermalung und es werden Gedankenszenen eingeblendet, die zeigen, dass Buffy die Realität nicht anerkennen will. 4.22 (Jedem sein Alptraum) wird aus einer sehr glaubwürdigen Traumperspektive erzählt. Ein weiteres Highlight ist die Musical-Episode, in der die Bewohner Sunnydales durch einen dämonischen Zauber gezwungen werden, ihre geheimsten Gedanken in Songs preiszugeben (6.07 - Noch einmal mit Gefühl).

Die Serie geht quasi durch alle Genres: Fantasy, Horror, Mystery, Science Fiction, Comedy, Love, Drama... alles ist in irgendeiner Form schon einmal aufgetaucht. BtVS ist einfach eine spannende und sehr unterhaltsame Show, die ich mir auch heute noch gerne auf DVD anschaue.

William, der Blutige Vampirmythologie James Marsters Home